Bewilligte Projekte aus dem Themenfeld "Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung"

In der Sicherheitsforschung gilt, über technologische Machbarkeit hinaus, ethisch verantwortbare Lösungen zu entwickeln. Daher ist die Behandlung gesellschaftlicher Fragen über den gesamten Forschungsprozess mit der Entwicklung von Technologien verzahnt und integraler Bestandteil der einzelnen Forschungsvorhaben. Neben projektübergreifenden Querschnittsthemen werden grundlegende Fragen der Sicherheitsforschung auch in eigenständigen gesellschaftswissenschaftlichen Projekten untersucht.

Bisher wurden vorrangig Fragen der Genese, der Akzeptanz, der Implementierung und der Folgen von Technisierungsprozessen (Technik) sowie Herausforderungen an Rahmenbedingungen, Strukturen und Handlungsmuster von sicherheitsrelevanten Akteuren (Organisation) bearbeitet. Die Bekanntmachung "Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung" ist primär auf sicherheitsbezogene Forschungen zu Werten, Wahrnehmungen, Kommunikation und Verhaltensweisen (Sicherheitskultur) und auf die nationale und internationale Konstitution des konzeptionellen, institutionellen und räumlichen Gefüges der Sicherheitsherstellung im Kontext des Wandels von Staatlichkeit (Sicherheitsarchitektur) ausgerichtet. Die folgenden Forschungsvorhaben wurden bereits bewilligt.

 

Barometer für die Sicherheit in Deutschland

Wahrnehmungen, Bedingungen und Erwartungen: ein Monitoring zum Thema Sicherheit in Deutschland (BaSiD)

Förderkennzeichen 13N11146 bis 13N11152

"Was führt dazu, dass wir uns sicher fühlen?" Das Sicherheitsempfinden jedes Einzelnen ist sehr stark von persönlichen Erfahrungen sowie äußeren Einflüssen abhängig. Bisher sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem persönlichen Sicherheitsempfinden und der unterschiedlichen Einschätzung von Bedrohungen allerdings noch nicht weitreichend geklärt. Die Beziehung zwischen subjektiven Ängsten und der öffentlichen Sicherheitslage ist Gegenstand des Verbundprojektes BaSiD. Auf Basis der Projektergebnisse soll ein "Barometer für die Sicherheit in Deutschland" erstellt werden. Hierdurch werden Endanwender bei der Einschätzung von Innovationen, wie zum Beispiel intelligenten Überwachungstechniken oder neuen Organisationskonzepten sowie im gesellschaftlichen Dialog unterstützt.

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Dynamische Arrangements städtischer Sicherheitskultur

(DynASS)                                                                                                                                                                                                     

Förderkennzeichen 13N11215 bis 13N11218

Gerade dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, ist es besonders wichtig, dem Bedürfnis der Menschen nach öffentlicher Sicherheit gerecht zu werden. Ziel des Projektes DynASS ist es, die Faktoren, die das Sicherheitsempfinden von Bürgerinnen und Bürgern in der Stadt beeinflussen, zu identifizieren und den kommunalen Akteuren Leitfäden und Richtlinien für Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit zur Verfügung zu stellen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Sicherheitswahrnehmung der Einwohner von Städten und die Maßnahmen der kommunalen Akteure zur Steigerung der Sicherheit untersucht.

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In unübersichtlichen Situationen schnell und effektiv entscheiden

Entscheidungsfindung in komplexen Einsatzlagen (EIKE)

Förderkennzeichen 13N12106 und 13N12107

Besonders im maritimen Bereich, aber auch im Luft-, Schienen- und Straßenverkehr, sehen sich Einsatzkräfte in einer Krisensituation häufig mit einer schwer zu überblickenden Einsatzlage konfrontiert. In einer solchen Situation gilt es, die richtigen Entscheidungen schnell zu treffen. Ziel des Verbundes EIKE ist, dazu beizutragen die Entscheidungsfindung im Rettungswesen zu optimieren. Hierzu werden Erkenntnisse über Entscheidungsprozesse in komplexen Krisensituationen wissenschaftlich aufgearbeitet. Im Ergebnis sollen Aussagen darüber gemacht werden können, unter welchen Bedingungen welche Entscheidungsstrategien zu den besten Ergebnissen für die Bewältigung von Großschadenslagen führen. Diese Erkenntnisse werden so aufbereitet, dass sie für Praktiker zur Lösung komplexer Einsatzlagen nutzbar sind.

 

Forschungsforum Öffentliche Sicherheit

Förderkennzeichen 13N10435

Im sogenannten Grünbuch werden in zwei Schlüsselszenarien die Auswirkungen mehrtägiger Stromausfälle und einer Pandemie auf die öffentliche Sicherheit in Deutschland analysiert. Es fehlen geeignete Strategien eines Krisenmanagements sowie zum Teil das Wissen über mögliche Ursachen, Verläufe und Konsequenzen. Daraus resultieren klare Handlungsbedarfe in Richtung eines modernen Bevölkerungsschutzes. Das Vorhaben wird sich im Wesentlichen mit der Synthese des vorhandenen Wissens und der bestehenden Forschungsinitiativen im Hinblick auf verschiedene Themenbereiche - wie Katastrophen- und Zivilschutz, IKT, Versorgungsinfrastrukturen, Lebensmittel und Ernährung, Gesundheit, Umwelt und Klima - beschäftigen.

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Interessenausgleich im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung

(INVODAS)    

Förderkennzeichen 13N10923 bis 13N10924

Ziel des Projekts INVODAS ist es, aufzuzeigen, welcher Gestaltungsspielraum im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten zur Wahrung einer Balance zwischen Freiheit und Sicherheit besteht. Dabei wird das Projekt vor allem einen rechtsvergleichenden Blick auf die Lösungen in den weiteren 26 EU-Mitgliedsstaaten werfen. Deutschland bleibt auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 2. März 2010 verpflichtet, die EG-Richtlinie 2006/24/EG zur Vorratsdatenspeicherung in deutsches Recht zu transformieren. Die erprobten und erörterten Lösungen in den anderen Mitgliedsstaaten können so für die gesellschaftliche Diskussion in Deutschland fruchtbar gemacht werden. Untersuchungsdimensionen sind vor allem der Umgang mit und der Zugriff auf die Daten (Staat - Bürger), die Organisation und die Kosten einer Vorratsdatenspeicherung bei Telekommunikationsanbietern (Staat - Wirtschaft) und die Nutzung der Daten bei unterschiedlichen staatlichen Stellen (Staat - Staat). 

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Kooperative Sicherheitspolitik in der Stadt

(KoSiPol)

Förderkennzeichen 13N11038 bis 13N11039

Komplexer werdende Sicherheitsfragen, die Einbeziehung von Partnern für wirksame Präventionsarbeit und gestiegene Unsicherheitsgefühle in der Bevölkerung stellen Kommunen vor neue Anforderungen. Ziel des Projektes KoSiPol ist die wissenschaftliche Analyse kommunaler Sicherheitskonzepte und deren Weiterentwicklung. Dazu werden in insgesamt 16 Städten Sicherheitskooperationen in Handlungsfeldern untersucht, die typischerweise mit öffentlicher Sicherheit auf kommunaler Ebene verbunden sind, wie "Jugendliche als Täter und Opfer", "Sucht und Drogen" und "Polizeipräsenz". Das Projekt soll basierend auf den Ergebnissen der empirischen Bestandsaufnahmen konkrete Ansätze für Weiterentwicklungen erarbeiten, sowie Empfehlungen für die Organisation kommunaler Sicherheitskonzepte geben.

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Methoden und Instrumente der zivilen Konfliktbearbeitung und Krisenprävention

(Krisenprävention)

Förderkennzeichen 13N10445

Dieses Forschungsvorhaben ist in drei sich überschneidende Teilbereiche gegliedert: Im ersten sollen unter dem Thema "Soft Skills" bisherige Erfahrungen mit Instrumenten und Methoden der zivilen Konfliktbearbeitung und Krisenprävention kritisch analysiert werden. Im zweiten Teil werden am Beispiel Afghanistans Gefährdungspotenziale analysiert, die von regionalen Konflikten ausgehen. Die Zunahme von Gewalt und politischer Instabilität in Afghanistan stehen in direktem Zusammenhang mit dem Anbau und der Vermarktung von Opium. Im dritten Teil des Vorhabens sollen daher auf Basis spezieller Analysen afghanischer Schlafmohnsorten, Empfehlungen für die Verbesserung entwicklungs- und präventionsorientierter Drogenkontrolle und Drogen-Profil-Analysen gegeben werden.

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Prävention von Low-Cost-Terrorismus

(LoCo)

Förderkennzeichen 13N11222

In den vergangenen Jahren sind immer wieder Fälle und Vorbereitungen bekannt geworden, bei denen einfach zu beschaffenden, kostengünstige Mittel ausreichend waren, um die zivile Infrastruktur in europäischen Ländern an verletzlichen Punkten zu treffen. Ziel des Projekts LoCo ist es vor diesem Hintergrund, Bedrohungsanalysen an Szenarien eines "Low-Cost-Terrorismus" anzupassen und Empfehlungen sowohl für situationsbezogene als auch technologische Präventionsmaßnahmen zu geben.

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NETWorks Against School Shootings

(NETWASS)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Förderkennzeichen 13N10689

Entwicklung und Evaluation sozialer und professioneller Netzwerke und Frühwarnsysteme zur Prävention sogenannter School Shootings und anderen zielgerichteten Gewalttaten an deutschen Schulen: Es gilt, Konzepte zu entwickeln, um Sicherheitsrisiken zu erkennen, die Sicherheitslage an Schulen sowie das subjektive Sicherheitsempfinden zu verbessern und zur Gefahrenabwehr beizutragen. Im Projekt geht es vor allem um die Identifikation weiterer Risikofaktoren und Warnsignale für School Shootings sowie zusätzlicher Bewertungskriterien für die Einstufung der Ernsthaftigkeit von Leakings.

Weitere Informationen NETWASS  

 

SiCHERHEITSGESETZGEBUNG

(SiGG)         

Förderkennzeichen 13N11171 bis13N11172

Bei politischen Maßnahmen, die der inneren Sicherheit dienen sollen, nimmt die Diskussion um die Notwendigkeit von staatlichen Eingriffs- beziehungsweise Kontrollbefugnissen einen breiten Raum ein. Dies gilt vor allem für die Frage, wie Bedrohungen - etwa organisierter Kriminalität und internationalem Terrorismus - angemessen begegnet werden kann. Um dazu einen wesentlichen Beitrag zu leisten, zielt das Projekt SIGG darauf, die Gesetzgebungsprozesse im Sicherheitsrecht differenziert abzubilden und zur Beantwortung grundlegender Fragen wie zur Rechtslegitimation, Rechtsstaatlichkeit, demokratischer Beteiligung und Kontrolle sowie Lösungskonzeptionen beizutragen.

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Wahrnehmung und Umgang mit Sicherheit in ländlichen Regionen  

Sicherheitsmenrtalitäten im ländlichen Raum (SIMENTA)

 

Förderkennzeichen  13N12077 und 13N12078

Die Rolle der Bürgerinnen und Bürger bei der Erhöhung der zivilen Sicherheit, die Wahrnehmung von sozialer Verantwortung und der Umgang mit Kriminalität unterliegen einem Wandel. Der Verbund SIMENTA untersucht, wie sich Praktiken und Methoden im Umgang mit Kriminalität und Unsicherheiten in ländlichen und kleinstädtischen Regionen äußern. Aus diesen Erkenntnissen sollen Strategien und Handlungskonzepte für den Umgang mit Herausforderungen für die zivile Sicherheit erarbeitet werden.

 

Sicherheit im öffentlichen Raum

(SIRA)
                                                                                                                                                                                                              Förderkennzeichen 13N11095 bis13N11099

Innovation in der zivilen Sicherheit erschöpft sich nicht in technischen Neuerungen. Um die Balance zwischen einer Erhöhung der Sicherheit und der Erhaltung der bürgerlichen Freiheitsrechte zu wahren, muss noch besser verstanden werden, wann man sich als Bürgerin oder Bürger in seiner Freiheit eingeengt fühlt. Internationale Untersuchungen zeigen große Unterschiede bei der gesellschaftlichen Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen. Hier setzt das Forschungsprojekt SIRA an und fragt, welche Faktoren die Annahme oder die Ablehnung von Sicherheitsmaßnahmen beeinflussen. Ziel des Projektes ist es, alle beeinflussenden Faktoren zu identifizieren und einen Leitfaden zur Optimierung von bestehenden und zukünftigen Sicherheitsmaßnahmen zu erstellen.

Weitere Informationen SIRA

 

Sicherheitskultur im Wandel

(SiW)

Förderkennzeichen 13N11119

Zivile Sicherheit hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Eine Sicherheitskultur wird geprägt durch Überzeugungen, Werte und Praktiken von Individuen und Organisationen, die über die Einschätzung von Risiken und Gefahren entscheiden. In Deutschland hat sich die Sicherheitskultur in den vergangenen Jahren angesichts neuer Risiken durch Naturkatastrophen, organisierte Kriminalität und internationalen Terrorismus gewandelt. Eine Analyse dieses Wandels ist daher entscheidend, um das Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen sicherheitspolitischen Handelns sowie die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen zu vertiefen.

Weitere Informationen SiW  

 

Terrorismus und Radikalisierung erkennen

Indikatoren für externe Einflussfaktoren (TERAS-INDEX)

Förderkennzeichen 13N11164 bis 13N11165

Das Verbundprojekt TERAS-INDEX behandelt die Folgewirkungen sicherheitspolitischer Maßnahmen. Im Fokus steht dabei die Frage, ob und inwieweit außenpolitisches Handeln der Bundesrepublik Deutschland sowie die Darstellung in den Medien Auswirkungen auf Radikalisierungsprozesse in Deutschland hat. Die Ansätze des Projekts sind breit gefächert und reichen von der Analyse des außen- und sicherheitspolitischen Handelns über die Erarbeitung eines Instrumentariums zur Erfassung von Rückwirkungen bis hin zu empirischen Untersuchungen des Einflusses externer Konflikte auf unterschiedlich radikalisierte soziale Milieus. Aus den Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger abgeleitet.

Weitere Informationen TERAS-INDEX

 

Lässt sich Sicherheit messen?

Ein wirtschaftswissenschaftliches Indikatorensystem zur Messung von Sicherheit und Sicherheitswirtschaft in Deutschland (WISIND)  


Förderkennzeichen 13N12093 und 13N12094


Die Diskussion über zivile Sicherheitslagen gewinnt im Kontext von Warnungen, etwa vor terroristischen Anschlägen, an Dynamik. Doch was bedeutet "zivile Sicherheit" und wie kann diese gemessen werden? Das Projekt WISIND erarbeitet einen Sicherheitsindikator, der den Grad an ziviler Sicherheit in Deutschland messen soll. Dieser Indikator besteht aus den Subindikatoren "Bedrohung" und "Schutz", die wiederum durch eine Vielzahl von Einzelindikatoren bestimmt und in mehreren Schritten zu einem Sicherheitsindikator zusammengesetzt werden. Mit diesem Ansatz wird ein wissenschaftlich fundiertes Methodengerüst für einen Gesamtsicherheitsindikator entworfen, der vor allem die weitere empirische Sicherheitsforschung entscheidend beeinflussen kann.

  • Hightech-Strategie

    Gesellschaftliche Dimensionen der Forschung: vier Säulen

    Gesellschaftliche Fragestellungen sind in den Programmlinien "Szenarienorientierte Forschung" und "Technologieverbünde" über den gesamten Forschungsprozess eng mit technologischen Entwicklungen verzahnt. Sie sind integraler Bestandteil der einzelnen Projekte. Aufgabe der vorwiegend in geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen situierten Forschung ist es, einen wesentlichen Beitrag zur Problemlösung im Kontext konkreter Entwicklungsprozesse und Anwendungen zu leisten. Darüber hinaus werden projektübergreifende Themen und grundlegende Fragen der zivilen Sicherheitsforschung in gesellschaftswissenschaftlichen Projekten untersucht.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/12654.php)

Ansprechpartner

  • VDI Technologiezentrum GmbH

    • PT Sicherheitsforschung
    • Dr. Karin Wey
    • VDI-Platz 1
    • 40468 Düsseldorf
    • Telefonnummer: 0211 6214-433
    • Faxnummer: 0211 6214-484
    • E-Mail-Adresse: wey@vdi.de
    • Homepage: http://www.vditz.de/forschungsfoerderung/sicherheitsforschung/
    • Geförderte Vorhaben: http://foerderportal.bund.de/foekat/foekat/foekatliste$v_foekat_webliste.actionquery?P_APC_LFDVOR=J&P_APC_RESSORT=BMBF&P_APC_PT=PT-VDI&P_APC_REF=522&Z_CHK=0